iTunes Match – Oder: Willkommen in der Cloud
Zugegeben – es gibt derzeit ein Buzzword, das ist oftmals so luftleer, dass man auch schon einen Namen dafür gefunden hat: die Cloud.
Startete Apple bereits Anfang Oktober mit der iCloud, so war das bisher eine reine Alibi und Marketing Veranstaltung: Man nehme einen vom Ruf her ruinierten Web Dienst namens “Mobile Me”, reduziere ihn um die wesentlichen überhaupt auch nur Cloud-kompatiblen Funktionen wie der Festplatte im Netz (vulgo iDisk) oder den vernünftigen Bilderdienst “Galerie” und schon ist ein neues iWerk gelungen?
Gelungen? – Nunja, klar, man kann seine Adressen, Mails, Termine im Netz speichern….aber das kann man bei Google auch…..und zwar weitaus besser (und das aus dem Munde eines iJüngers
). Vergessen darf man natürlich auch nicht das eigentliche Highlight, sein iPhone/iPad Backup in der Wolke ablegen zu können.
Super Sache – und wenn dann das iPhone abrauscht und ein Backup eingespielt werden muss…tja woher kommt dann meine Musik? – Und hier kommt iTunes Match ins Spiel!
Gemach, gemach
: In den USA gab es den Dienst bereits seit Mitte November und in Deutschland….gibt es die (Tusch) GEMA …..würde ich es noch vor dem vollständigen Ergrauen erleben, dass dieser Dienst auch bei uns Einzug hält?
Ja, denn am Freitag war es nun soweit, dass Apple den Dienst in zahlreichen weiteren Ländern freigab und gleichzeitig darüber informierte, einen 1-Jahres Vertrag mit der GEMA geschlossen zu haben….; man durfte also gespannt sein.
Was ist also nun das tolle an iTunes Match? – Musik in der Cloud! – Nee, nicht gleich gähnen….; klar, so etwas Ähnliches gibt es bei amazon und Google auch, allerdings mit zwei Einschränkungen: 1.) Derzeit nur in den USA verfügbar (was sich bald ändern dürfte) und: Man muss seine gesamte Musik HOCHLADEN?
Das ist genau der Clou, den Apple umgeht: Man zahlt für den Dienst knapp 25€ im Jahr, vertraut Apple seine Seele an und schwupp die wupp (oder besser gesagt……schwuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuupppppppp dieeeeeeeeeeeeeeeeeeeee wuuuuuuuuuuuuuuuuup……..ich wohne in der niedersächsischen Provinz) liest Apple die heimische iTunes Bibliothek aus und synchronisiert diese mit der Library der Musik, die bei Apple auf den Servern schlummert. Nach ca. 2-3 h gibt es dann das überraschende Feedback, dass mehr als 2/3 meiner iTunes Bibliothek auch bei Apple verfügbar ist. Und das besondere: Apple liest und identifiziert eben nicht nur die Dinge, die ich irgendwann mal bei den Jungs aus Cupertino ergattert habe….sondern auch alles andere, was ich seit der letzten Eiszeit importiert oder woanders (alles VOLLKOMMEN legal) herunter geladen habe.
Und was hat man nun davon, dass Apple 2/3 identifiziert? – Diese Musik steht einem fortan, inkl. aller Cover als 256kbit-Version auf all seinen Rechnern und all seinen iOS Geräten (und das können diverse sein….ohne da jetzt ins Detail zu gehen
) zur Verfügung.
Im Übrigen ist die Ausbeute von 2/3 recht beachtlich, weil in meiner Library einige Schätze koreanischer, japanischer, schwedischer, ostsibirischer Musical-Aufnahmen schlummern, die z.T. tatsächlich bekannt waren…..(okay, die meisten allerdings nicht).
Bis dahin war mir das Prozedere auch aus der vorletzten Keynote (His Steveness last´s) bekannt…..allerdings passierte jetzt was, was mir, der ich ansonsten sämtliche Keynotes lippensynchron mitsprechen kann, nicht bekannt war: Auch Apple lädt nämlich nachfolgend automatisch alle nicht erkannten Songs und Musikvideos ebenso hoch…..und diese stehen nunmehr nach 2,5 Tagen (ich sag ja: niedersächsische Tiefebene….Internet-Performance=unterirdisch) ebenso zur Verfügung.
Wie funktioniert das nun auf den iOS Devices (neben iPad/iPod/iPhone auch der AppleTV): Gibt man iTunes Match unter Einstellungen/Musik frei, so synct das jeweilige Endgerät die gesamte Library gegen die Wolke…..; keine Angst: nicht der gesamte Inhalt sondern vielmehr die “Inventarliste” wird geladen, d.h. wenn man durch seine Musik scrollt, stehen alle Wiedergabelisten aus iTunes (!!!), alle Alben, Musikvideos etc. zur Verfügung (mit allen Covern….also echt was für die Pedanten unter uns
).
Musik, die sich bereits auf dem iOS Gerät befand, kann man ganz normal abspielen. – Musik, die in der Cloud liegt, kann man streamen (der Akku dankt es einem mit dem exitus finalis nach knapp 90 Minuten) oder eben direkt herunterladen.
Und woher weiß ich, dass die Musik in der Wolke rumschwirrt? – Nun, dies wird einem über ein schmuckes Wolkensymbol angezeigt.
Blendet man alle Datenschutz-Ängste aus (und ein echter Fanatiker tut das), dann ist das für mich ein echt geniales Cloud-Konzept und vor allem eines, was seinen Namen auch verdient hat.
Das ist jeden einzelnen Cent der 25€, die man pro Jahr in die Sache investiert, wert. Und wie pflege ich als Apple-Großaktionär immer zu sagen: rechte Tasche – linke Tasche
.
Byt way way: Selbst, wer den Dienst nicht nutzt, wird seit Freitag mit einigen kostenlosen Neuerungen in iTunes belohnt: Zum Einen kann man jetzt alle Songs 90 Sekunden statt 30 Sekunden anhören und zum Anderen kann man einmal gekaufte Musik nun auch endlich auf allen anderen Geräten erneut laden…..ohne erneut zahlen zu müssen.
Schöne Apple Weihnachtswelt
!
















